Testbericht Lexicon I-O FW810S
Von Raphael Hornbruch - Professional Audio 4/09
Die berühmten, weißen LARC-Fernbedienungen der Digitalhall-Boliden 480L und 960L von Lexicon sind von den Studiokonsolen der Hitfabriken dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Eigenen Angaben zufolge sind auf 80 Prozent aller Alben mit Platin-Status Lexicon-Effekte zu hören. Dass die Entwickler dieses Traditionshauses auch anderes können, haben sie bereits mit einigen kostengünstigen USB-Audio-Interfaces unter Beweis gestellt. Mit dem I-O FW810S steigt Lexicon nun in das Geschäft der Achtkanal-Audio-Interfaces mit Firewire-Schnittstelle ein. Ein mutiger Schritt, da die Zukunft von Firewire ungewiss ist. So hat sich beispielsweise Apple – immerhin der Erfinder dieser Schnittstelle – bereits vom Firewire 400-Anschluss verabschiedet.
Um sich von der Konkurrenz im Lager der Achtkanal-Interfaces abzusetzen, bedient sich Lexicon des Know-hows des ebenfalls traditionsreichen Herstellers dbx. Kein Wunder, da beide Hersteller zur Unternehmensgruppe Harman Pro gehören, lassen sich so Synergie-Effekte geschickt nutzen. Dbx steuert nicht nur die Mikrofonvorverstärker bei, sondern auch die selbstentwickelte Wandlertechnologie Type IV. Damit nicht genug: Die Dynamikbearbeitung – sozusagen die Kernkompetenz von dbx – steht in Form von je acht Noisegates, Kompressoren und Limitern in den Eingangskanälen des virtuellen Mixers zur Verfügung. Diese Funktionen sind, ebenso wie ein Equalizer und ein Halleffekt für die Monitorwege, auf DSP-Basis im Digitalmixer integriert. Weitere Zugaben sind eine Light-Version des Schlagzeug Plug-ins Toontrack EZ Drummer sowie die Sequenzer-Software Cubase 4 LE von Steinberg. Der Preis für das Gesamtpaket fällt mit 1.056,- Euro unverbindlicher Preisempfehlung moderat aus.
