Testbericht JBL EON 515

Von Markus Thiel - Keyboards 1/09

Keyboards 1/09
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Schon während der Stativmontage (Standardflansch) machen sich zwei klanglich zwar irrelevante, aber trotzdem erwähnenswerte Eigenschaften bemerkbar. Trotz ihrer stattlichen Größe liegt die EON 515 mittels der ergonomisch geformten und rutschfest gummierten Griffe gut und sicher in den Händen und ist zusätzlich mit ihren erfreulichen (Plastik und Neodym sei Dank) 14,3 kg ein echtes Fliegengewicht. Unmittelbar nach Betätigen des Einschalters zeugt ein nicht weiter störendes leichtes Rauschen in unmittelbarer Nähe des Frontgitters von der sofortigen Einsatzbereitschaft. In der EQ-Standardeinstellung (Flat) präsentiert sich die EON bereits bei anliegendem Testsignal mit sattem Bass und akkurat musikalischer Wiedergabe. Diese als „linear“ angedachte Grundeinstellung kommt allerdings für meinen Geschmack einen Tick zu mittenbetont daher. Abhilfe schafft hier die „Boost“-Einstellung, welche den Bereich unter 200 Hz um 3,5 dB und den jenseits der 5,3 kHz um glatte 3 dB anhebt.

Der HF-Boost bewirkt hier einen harmonisierenden Ausgleich zum Mittelfeld. Im Bassbereich verhält es sich bei dieser Einstellung signalabhängig nicht immer ganz so vorteilhaft, und es kann da schnell auch mal unten herum ein bisschen „matschig“ werden. Hier ist man mit einem extern vorgeschalteten EQ auf der sichereren Seite. Für reine Sprachanwendungen erweist sich die dritte EQ-Einstellung (Cut) als äußerst brauchbar, da sie ausgesprocheneffektiv Kabelgeräusche und anderen „Floor-Noise“ durch eine 6 dB Absenkung unterhalb 120 Hz unterdrückt. Zur Umschaltung von Line- auf Mikrofonbetrieb benötigt man im Übrigen einen Kuli oder einen feinen Schraubendreher, da der Schalter (die anderen beiden ebenfalls) in einem Loch im Rückblech unter der Oberfläche „versteckt“ ist. Bei diesen „tiefergelegten“ Knöpfen ist versehentliches Umschalten also definitiv ausgeschlossen! Klanglich bleibt sich das System auch bei höheren Betriebspegeln ungemein treu und sorgt mit seinem Abstrahlwinkel von horizontal 100 und vertikal 60 Grad für eine ausgesprochen gute Klangverteilung im Raum. Wer plant, die EON 515 im Dauerbetrieb fest zu installieren, kann sie mit Hilfe passender Ringösen selbstverständlich auch in die Luft gehen lassen.

Fazit: Mit der EON 515 stellt JBL ein ausgesprochenl eistungsfähiges PA-System vor, welches durchaus auch größeren Herausforderungen die Stirn zu bieten weiß. Mit ihrem dreikanaligen Minimixer taugt sie überdies als extrem flexible Standalone-Lösung für das schnelle Mono-Mini-Setup. Für Keyboard und Gesang die ideale Solitär-Variante, wenn man mal gerade auf das bisschen Hall in der Stimme verzichten möchte und kann.

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