In Rekordzeit realisiert: neo1 und neo zwei
Das ehemalige Radio Emme mit erfolgreichem Relaunch
Eine technisch komplexe Realisierung unter grossem Zeit und Kostendruck. Das waren die Vorzeichen bei der Realisierung der neuen Sendeinfrastruktur von neo1 und neo zwei. Dank idealem Zusammenspiel und unglaublichem Einsatz aller Beteiligten gelang die Realisierung zeitgerecht.
Seit dem Gründungsjahr 1997 konnte Radio Emme AG aus Kostengründen nur das jeweils Nötigste in die Infrastruktur stecken: Ersatzinvestitionen und Neuanschaffungen waren fast unmöglich. Dank professionellem Equipment (analoge STUDER 916 Mischpulte mit DigiMedia Sendeautomationssystem) und sehr guter Wartung durch die Techniker (schrauben, staubsaugen, ölen ... ) gelang es, sich über die Jahre mit Windows NT4 und einem peer-to-peer Netzwerk bestens über die Runden zu bringen.
Als feststand, dass Radio Emme sein Programm neu positionieren würde, war ebenso klar, dass wir nicht um tiefgreifende Veränderungen an der Infrastruktur herumkommen würden und dies mit einem strikten Kostendach und einem sehr ambitiösen Zeitplan tun müssten.
Im Herbst 2007 gab der Verwaltungsrat der Radio Emme AG die Vorgaben für das neue Programm und aus technischer Sicht war bald klar, dass ein radikaler Umbau geplant werden musste, der Sendeinfrastruktur und IT auf den neuesten Stand bringt. Keine Luxuslösung sollte es werden, aber zweckmässig – keine Ausrüstungen der allerneusten Generation, aber zeitgemäss. Das ursprüngliche Konzept, für den geplanten Zwei-Programm-Betrieb zwei nahezu identische Studios zu bauen, musste aus Kostengründen bald verworfen werden und wir entschieden uns, das Hauptsendestudio für das erste Programm zu digitalisieren und das Sendestudio für das zweite Programm mit bestehendem analogen Material zu planen.
Am 13. März 2008, gerade mal einen Monat vor dem geplanten Termin für den Relaunch fand eine erste Sitzung statt, um das technische Konzept zu verfeinern und die Projektabwicklung zu planen. Eine Herausforderung war dabei, die automatische Übernahme von Teilen des ersten Programms für das zweite (grösstenteils unmoderierte) Programm zu realisieren. Die Challenge lag weniger in der technischen sondern vielmehr in der kostengünstigen Umsetzung.
Die erfahrenen Leute von Dr. W.A. Günther Audio Systems vor Ort, insbesondere Projektleiter Walter Reinhard und die Projektmitarbeiter Stefan Schmucki und George Wismer fanden aber die richtigen Lösungen und der Startschuss konnte fallen!
Die Studioräume mussten vorbereitet werden, Handwerker gingen ein und aus und arbeiteten Hand in Hand mit den eigenen technischen Mitarbeitern. Wände mussten gestrichen werden, Studiomöbel gebaut und Kabel gezogen werden. Nach nur anderthalb Wochen wurde die IT ersetzt, neue Server aufgesetzt, Soundkarten und Software installiert. Ein Höhepunkt war die Lieferung des neuen digitalen Sendepults von STUDER: ein OnAir2000M2, das die Anforderungen perfekt erfüllt.
Eine Woche vor dem Relaunch wurde der Sendebetrieb von Radio Emme eingestellt und nach einer emsigen Woche mit einigen Nachtschichten war es dann soweit. In der Nacht auf Montag, den 14. April wurde auf die neuen Systeme umgestellt und um 5.30 Uhr gingen neo1 und neo zwei auf Sendung - ohne nennenswerte Probleme. Für alle ein emotionaler, unvergesslicher Moment. Was zeitweise unmöglich schien, wurde dank grossem Einsatz aller Beteiligten geschafft: Das Projekt wurde auf die Minute und ohne wesentliche Kostenüberschreitungen fertig gestellt!
Autoren: Daniel Ruch und Jüre Lehmann
