Härtetest für OnAir3000 System bei SRG Media Services
Die Ski-WM 2007 in Åre war er erste Ernsteinsatz für das neue OnAir3000 System der mobilen Radiostudios des Bereichs «Technical Operations» der SRG Media Services und hat sich gleich auf Anhieb bewährt.
Autor: Luca Rovelli, Projektleiter SRG Media Services
Eine wichtige Aufgabe der SRG Media Services ist die Bereitstellung von Broadcast Infrastruktur für Grossanlässe wie Olympische Spiele sowie die damit verbundene Distribution von Audio, Video und Daten.
Auf Grund der immer höheren Anforderungen an die Radio Produktion sahen wir uns gezwungen, die drei mobilen analogen Radioeinheiten zu ersetzen, obwohl insbesondere die analogen STUDER Konsolen uns während über 10 Jahren sehr gute Dienste erwiesen haben und immer noch einwandfrei funktionierten.
Wir entschieden uns, konsequent auf Digitaltechnik zu setzen, sowohl mit einem digitalen Mischpultsystem als auch mit serverbasierter Audioverarbeitung.
Aussenproduktion, inbesondere im ferneren Ausland, ist fast immer mit harten Bedingungen, langen Transportwegen und rauher Bedienung verbunden. Häufiger Auf- und Abbau, fast immer unter grossem Zeitdruck, stellen höchste Anforderungen an Mensch und Material.
Dazu kommt, dass die Infrastruktur bei fast jedem Einsatz in einer unterschiedlichen Konfiguration bereitgestellt werden muss. Die SRG produziert Radioprogramme in vier Landessprachen, was in der Regel die Bereitstellung von vier Radiostudios auf kleinstem Raum bedeutet, die optimal an die Infrastruktur der Heimstudios angebunden werden müssen.
Zudem bedienen die Radiojournalisten heute zu einem grossen Teil die Radiotechnik selber und sind darauf angewiesen, schnellen und einfachen Zugriff auf gemeinsame Audio Quellen zu haben.
Ziemlich anspruchsvoll! Aber mit dem STUDER OnAir3000 konnten alle Anforderungen mit einem Mischpultsystem erfüllt werden. Mit nur einem zentralen Core System (STUDER SCore) können vier individuelle Studios (eines davon gleichzeitig auch Control Room) mit spezifischen Konfigurationen bedient werden. Alle Eingänge sind in allen Studios verfügbar und alle Ausgänge stehen für beliebige Senken zur Verfügung, z.B. für die Anbindung an zentrale Routingsysteme via MADI. Alle Studios können im «Slave» Betrieb am Control Room oder als «stand alone» Einheiten für Direktübertragungen oder Editing/Recording benutzt werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt war die Möglichkeit, GPIO's sehr flexibel zur Verfügung stellen zu können, so dass problemlos z.B. Steuerungen für Rotlicht, Mute/Dim, Talkback oder Faderstart für alle Konfigurationen automatisch verfügbar sind.
Die grosse «Ingest Station» für die automatische Aufnahme auf einen zentralen Audio Server mit dutzenden von Edit Stationen wurde ebenfalls über die im STUDER OnAir3000 integrierte Matrix geführt und mit den entsprechenden Systemen an den Studiostandorten in der Schweiz über VPN verbunden, um den standortübergreifenden Zugriff auf das Audiomaterial sicherzustellen.
Im harten, rauhen Ausseneinsatz ist die Zuverlässigkeit der Systeme eine Grundvoraussetzung, analoges Equipment war in dieser Hinsicht während Jahrzehnten ausserordentlich zuverlässig, während viele Techniker der Digitaltechnik im mobilen Einsatz noch mit Skepsis begegnen.
Nicht zuletzt weil Produkte aus dem Haus STUDER seit Jahrzehnten einen hervorragenden Ruf in Sachen Zuverlässigkeit haben und das OnAir3000 dies in bereits mehr als 450 Installationen weltweit bewiesen hat, fiel die Entscheidung zu Gunsten des Schweizer Herstellers. Wie der Einsatz an Ski-WM in Åre gezeigt hat, zu Recht!
